ARMENT KALIKI

ARCHITEKT von Sénelle

Interview

WAS WAR DAS ZENTRALE ANLIEGEN IHRES ENTWURFS?

Mein zentrales Anliegen war es, eine klare, präzise Architektur zu entwickeln, die sich selbstverständlich in die Lage am Zürichsee einfügt. Im Fokus standen eine ruhige, zeitlose Formensprache sowie eine hohe gestalterische Genauigkeit.

WELCHE HERAUSFORDERUNGEN HABEN DAS PROJEKT BESONDERS GEPRÄGT?

Eine wesentliche Rahmenbedingung war die Einhaltung des Gewässerabstan- des gemäss den Vorgaben des Kantons Zürich. Zusätzlich hatte der spezifische Grundstücksverlauf einen direkten Einfluss auf den Entwurf: Im oberen Bereich verjüngt sich die Parzelle gegen Osten, wodurch der Baukörper entsprechend reagiert und sich im Nordosten spitz ausformt. Diese geometrische Situation wur- de bewusst in die architektonische Gestaltung integriert. Zudem galt es, die zwei verschiedenen Bauzonen auf der Parzelle unter einen Hut zu bringen.

GAB ES WEITERE HERAUSFORDERUNGEN IM ENTWURFS- PROZESS?

Ja, insbesondere die Unterbringung der erforderlichen Autoabstellplätze stellte eine wichtige planerische Aufgabe dar. Diese wurde durch die Realisierung einer zweigeschossigen Tiefgarage gelöst, wodurch die oberirdische Umgebung frei und qualitätsvoll gestaltet werden kann.

WELCHE ROLLE SPIELT DIE GRUNDRISSGESTALTUNG?

Funktionale Grundrisse sind für mich der Ausgangspunkt jeder architektonischen Arbeit. Ganz im Sinne von „form follows function“ steht die klare Organisation, Nutzbarkeit und logische Strukturierung der Räume immer im Vordergrund.

WIE SIND SIE MIT DEM BESTEHENDEN BAUMBESTAND UND DEM UMGEBUNGSKONZEPT UMGEGANGEN?

Auf dem Grundstück befanden sich wertvolle Bestandsbäume, deren Fällung im Zuge der Überbauung leider unvermeidbar war und teilweise auf Unverständnis gestossen ist. Umso wichtiger war uns ein sorgfältig entwickeltes Umgebungs- konzept mit Ersatzpflanzungen sowie einer vielfältigen, naturnahen Gartenge- staltung. Mit einheimischen Pflanzen und Bäumen und einem klaren Fokus auf Biodiversität wird der Aussenraum ökologisch und landschaftlich hochwertig neu interpretiert.

WELCHE ÖKOLOGISCHEN ASPEKTE WURDEN BERÜCK- SICHTIGT?

Neben einer kompakten Bauweise und einer sorgfältigen Materialwahl kom- men die klassischen Elemente nachhaltiger Gebäudetechnik zum Einsatz: eine Wärmepumpe mit Erdsonde, eine kontrollierte Wohnraumlüftung sowie eine Pho- tovoltaikanlage. Diese Systeme bilden die Grundlage für einen zeitgemässen, energieeffizienten Betrieb.